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Begegnung mit Dacia Maraini

Meldungen und Termine

Donnerstag, 10. Mai, 12.00 Uhr, Kollegienhaus, Universitätsstraße 15, Raum 0.016, Erlangen

Dacia-Maraini / Foto: privat

Dacia Maraini
Foto: privat

Die italienische Schriftstellerin Dacia Maraini ist am Donnerstag, 10. Mai, zu Gast an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Maraini gilt als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen Italiens und wird bei ihrem Besuch an der FAU ihr aktuelles Buch „La grande festa“ vorstellen. Die Veranstaltung beginnt um 12.00 Uhr und findet im Kollegienhaus, Raum 0.016, statt. Gelesen wird in italienischer Sprache mit deutscher Übersetzung.

Organisiert wird die Veranstaltung von der Abteilung Italienisch des Sprachenzentrums und dem Institut für Romanistik der FAU in Zusammenarbeit mit dem italienischen Kulturinstitut München. Prof. Dr. Bernhard Huss (Institut für Romanistik) wird eine kurze Einführung in Leben und Werk Marainis geben. Die Übersetzung übernimmt Gabriella Dondolini-Scholl (Sprachenzentrum).

Dacia Maraini wurde 1936 in der Nähe von Florenz geboren und wuchs bis 1946 in Japan auf. Heute lebt sie in Rom. Schon mit 18 Jahren veröffentlichte Maraini erste Kurzgeschichten. Mit „Tage im August“ wurde sie 1962 über Nacht berühmt. Daneben verfasste sie Theaterstücke, Gedichtbände, Essays und Romane. Zu ihren erfolgreichsten Romanen gehören „Die stumme Herzogin“, „Stimmen“ und „Kinder der Dunkelheit“. Die Autorin erhielt zahlreiche Preise, darunter den Premio Strega. Ihre Romane wurden in über 20 Sprachen übersetzt.

Während der 1970er-Jahre schloss sich Maraini der Frauenbewegung Italiens an und nahm an Hausbesetzungen und Demonstrationen teil. Diese Phase spiegelt sich auch in ihrer Literatur wider. Sie kann als die erste Schriftstellerin Italiens angesehen werden, die sich speziell mit Themen wie Vergewaltigung, Inzest, Prostitution oder lesbische Liebe aus feministischer Sicht auseinandersetzt und in ihren Werken die Rolle der Frau in unterschiedlichen Lebensbereichen aufgreift.

In „La grande festa“ erzählt Dacia Maraini von jenen Menschen, die sie in ihrem Leben geliebt hat, die sie geliebt haben und die jetzt nur noch in Erinnerungen leben. Sie nutzt das Gedächtnis und den Traum als wesentlichen Filter und lässt den Leser auf intensive und intime Weise teilhaben an der Geschichte ihres „Überlebens“ von Träumen und Erinnerungen: einer Geschichte voller Nostalgie und Abschiede von Menschen. Dabei sind Träume und Erinnerungen nur der Übergang zu dem Ort, an dem die Zeitalter des Lebens verschwimmen.

Gabriella Dondolini Scholl, Gabriella.Dondolini@sz.uni-erlangen.de

uni | mediendienst | aktuell Nr. 86/2012 vom 2.5.2012

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