Andere Zeiten

Wir leben im Takt der Stunden, rechnen in Tagen, Monaten, Jahren - Maßeinheiten eines unaufhaltsamen Fortschreitens, in die wir unser Leben einteilen.

Jede Kultur hat ihre eigene Vorstellung von Zeit. Und es ist das jeweils andere Zeitbewußtsein, das Leben in der anderen Zeit, das sich im Alltag der Menschen, ihrer Kunst und Religion ausdrückt.

In der Literatur zeigt sich dieses Zeitempfinden. Literatur kann auf vielschichtige Weise Auskunft darüber geben, wie wir uns zwar an den einen Kalender, die eine Zeit gewöhnt haben, aber dennoch in unserer individuellen Erfahrung die erinnerte und erlebte Zeit in ihrer Vielfalt bewahren. Literatur hält die Erinnerung an Vergangenes fest, registriert die Gegenwart und entwirft Zukunftsvisionen. Sie überschreitet die Grenzen von Raum und Zeit, ist zugleich Ausdruck einer individuellen Kultur und damit einer "anderen Zeit".

Mit Blick auf die Jahrtausendwende kann "Andere Zeiten" auf verschiedene Weise gelesen werden, bedeutet Frage und Aufforderung zugleich. INTERLIT 4 wird daher während des Kongresses über folgende Themen diskutieren:

Jahrtausendwende? - "Auch die Zeit braucht einmal Pause!"

Zeit und Mythos - "Der in Einheit beharrenden Ewigkeit - ein Abbild, dem wir den Namen Zeit gegeben haben."

Zeitgewissen - "Es gibt kein unschuldiges Wort."

Geschichten über Geschichte - "So war es - war es so?"

Aufbruch in die Zeiten - "Wie spät war es am Anfang?"

Erfundene Zeiten - "Am 30. Februar ... "