In den Schaufenstern der Dresdner Bank am Schloßplatz

Ausstellung zum Thema "Endoskopie"

 
Vom 4. Juli bis zum 1. August 1997 ist in den Schaufenstern der Dresdner Bank am Schloßplatz eine Ausstellung der Medizinischen Klinik I mit Poliklinik (Direktor Prof. Dr. med. Eckhart G. Hahn) zum Thema "Endoskopie" zu sehen.
 
Gezeigt wird eine Vielzahl von Instrumentarien und Zubehör, welches heute zur Durchführung mikrochirurgischer Eingriffe unter Vermeidung einer offenen Operation am Verdauungstrakt eingesetzt wird. Die Endoskopie-Abteilung (Leiter Priv. Doz. Dr. Jürgen Hochberger) kann dabei auf eine lange Tradition zurückblicken und hat ein internationales Renommee im Bereich der Endoskopie des Verdauungstraktes vorzuweisen. Zahlreiche Instrumente, welche im eigenen technischen Labor (Leitung Feinmechanikermeister Rudolf Bauer) entworfen, in ersten Prototypen hergestellt und weiterentwickelt wurden, haben heute Eingang in viele Endoskopie-Abteilungen der Weit gefunden.
 
So wurde unter der Ägide des damaligen Direktors der Klinik Prof. Ludwig Demling beispielsweise die "Polypektomie-Schlinge" 1971 erstmals von Deyhle und von Classen in Magen und Dickdarm eingesetzt. Die geniale Erfindung und erste Anwendung des "Erlanger Papillotoms" durch Demling, Seuberth und Classen im Jahre 1973 eröffneten den therapeutischen Zugang zum Gallen- und später Bauchspeicheldrüsengang. Versagt die Extraktion von Steinen mit einfachen "Körbchen" oder Ballonkathetern, so kommt als nächster Schritt die gleichfalls in Erlangen entwickelte mechanische Zertrümmerung (Lithotripsie) zum Einsatz. Bei besonders großen oder eingekeilten Steinen finden u.a. mikrosekundengepulste Lasersysteme Anwendung. Die erste endoskopisch-retrograde Laserlithotripsie von Gallensteinen am Menschen wurde ebenfails in der Erlanger Abteilung durchgeführt (Ell, Hochberger, Lux und Demling 1986) und seither kontinuierlich weiterentwickelt. Zahlreiche weitere Erfindungen und Pionierleistungen wären zu nennen. Neben der Steintherapie stellen heute die akute Blutstillung aus Krampfadern oder Geschwüren (Varizenligaur, Ulkustherapie) die Tumorfrüherkennung und -behandlung sowie die Ausbildung - wir berichteten über den Erlanger Ausbildungssimulator für die interventionelle Endoskopie EASIE - zu den Schwerpunkten der Abteilung.
 
Ein Großteil des endoskopischen Zubehörs wird auch heute durch das eigene technische Labor für die Endoskopie-Abteilung hergestellt. So fertigt Meister Bauer feinste Körbchen, Schlingen und Katheter in Standardgrößen oder individuell für den jeweiligen Patienten nach spezieller Maßgabe der Ärzte. Durch Verwendung speziellen Zubehörs und der genannten Spezialgeräte ließ sich beispielsweise die Erfolgsrate der endoskopischen Steinentfernung im Gallengang von 87 % im Jahre 1987 auf derzeit 98 % erhöhen. In Erlangen wird buchstäblich jeder Gallenstein "geknackt".
 
Zu lllustration des gezeigten Zubehörs ist in den Schaufenstern der Dresdner Bank ein Videofilm zu sehen.
 
Kontakt:
Prof. Dr. med. E.G. Hahn, PK Dr. J. Hochberger, Herr Bauer,
Tel. 09131/85 -33362 (Frau Peetz), 09131/85 -33435 (Pforte),
Fax: 09131/85 -36909
 


Sachgebiet Öffentlichkeitsarbeit (Pressestelle) pressestelle@zuv.uni-erlangen.de
Stand 16.7.1997